Mamutmarsch – So hart, dass sogar Chuck Norris weint

Mammutmarsch: 100 Kilometer in 24 Stunden- Die ultimative Challenge

Am 5. Oktober findet das nächste Mal die ultimative Challenge für Körper und Geist statt. 100 Todesmutige stürzen sich wieder in die Herausforderung in 24 Stunden 100 Kilometer zu gehen. Dabei geht es am Samstag um 18 Uhr in Berlin los, man läuft die Nacht über durch und beendet den Lauf  24 Stunden später fast an der polnische Grenze.
Doch was macht so ein Lauf mit einem? Worauf muss man dabei achten und wie steht man so etwas durch?

Das Event

Der Mammutmarsch beginnt um 18 Uhr Abends, sodass man anfangs noch ein paar Stunden Tageslicht hat, bevor die Dunkelheit reinbricht.
Dabei geht es zunächst durch die Randbezirke Berlins und durch die ersten kleinen Wälder. Hier geht der Schritt noch leicht, man führt noch laute Unterhaltungen und ist voller frohen Mutes.
Bei der ersten Verpflegungsstation ungefähr bei Kilometer 25 ist die erste Pause durchaus willkommen, da man hier in der Regel schon fast fünf Stunden unterwegs ist. So setzt man sich hier gerne einmal hin, isst und trinkt etwas und lässt die Beine ein wenig hängen. Wer nicht zu schnell losgelaufen ist, dem geht es hier noch relativ gut, auch wenn man die Stecke bereits ein wenig in den Muskeln spürt.

Anschließend geht es in die Wälder und es wird dunkler und dunkler. Hier sind Stirnlampe und die Audiodateien mit der Wegbeschreibung unerlässlich. Schließlich sieht man die Hand vor den eigenen Augen kaum noch und der Kampf mit der Müdigkeit des Körpers und des Geistes beginnt. Wer sich vorher ordentlich ernährt hat und noch keine Blasen oder ähnliche Verletzungen aufweist, dem geht es hier allerdings meist noch gut. Der Wald wird mit der Zeit immer dichter und selbst den See an dem man vorbeiläuft, nimmt man in der Dunkelheit kaum wahr. Auch die Gespräche nehmen mit der Zeit ab und viele Teilnehmer greifen zur Ablenkung auf Musik oder Hörbücher zurück.

So läuft man hier in der Regel still vor sich hin und erwartet die nächste Pause, bei Kilometer 50, den kommenden Morgen und die damit verbundene Helligkeit.

Kilometer 50 erreichen in der Regel noch alle Teilnehmer. Hier gibt es wieder die Gelegenheit Wasser nachzufüllen, sich für ein paar Minuten hinzusetzen, sich zu stärken und seine nun deutlich müderen Muskeln ein wenig zu entspannen. Zusätzlich kehrt in der Regel das Tageslicht nun auch langsam wieder zurück.

Das Tageslicht haucht einem neue Energie ein und lässt einen gestärkt die nächsten 25 Kilometer bis zur letzten Pause gehen. Trotzdem werden die Beine mit der Zeit immer müder und der ganze Körper fängt ab Kilometer 60 an zu schmerzen. Die Schulter drücken aufgrund des Rucksacks, die Füße fühlen sich immer unangenehmer an, der Rücken spürt die stundenlange Belastung und die Beine sind selbstverständlich auch alles andere als frisch.
Bei Kilometer 60 kommt die entscheidende Passage. Wer sich hier ausreichend ablenken kann und wessen Wille hier stark genug ist, der wird den Lauf vermutlich bis zum Ende durchstehen. Hier kommen nämlich drei Dinge zusammen. Die noch immer unglaublich lange Strecke bis zum Ziel, die scheinbar unüberwindbare Müdigkeit und Mattheit und die noch relativ große Entfernung bis zur nächsten Pause, bei Kilometer 75. Dadurch wird der Drang hier aufzuhören immer stärker und ohne unbändigen Willen und gute Strategien hat man hier keine Chance. Hier trennt sich wirklich der Krieger von allen anderen Teilnehmern.

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Wenn dieser Punkt überwunden ist, nimmt der Schmerz nicht mehr zu und die nächste Pause kommt mit jedem Schritt näher. Die Aussicht auf die Pause lässt einen die Belastung wieder als weniger stark wahrnehmen  und lässt einen wieder flüssiger laufen.

Die Pause bei Kilometer 75 rettet mit Sicherheit viele Teilnehmer über das Teilstück davor und bietet die willkommene Gelegenheit, sich noch einmal zu erholen, etwas zu essen und neue Kraft zu tanken. Teilweise hilft hier auch ein 20 minütiger Schlaf, um neue Kraft zu tanken.

Die letzten 25 Kilometer sind dann Willenskraft in seiner pursten Form. Wer hier nicht bereit ist seinen Schmerz  zuzulassen und zu akzeptieren, der wird es nicht schaffen. Wer allerdings Kilometer 60 überschritten hat, der wird auch diesen Abschnitt mit aller Wahrscheinlichkeit noch überstehen. Hier wird die Erschöpfung teilweise unmenschlich und trotzdem muss man hier „einfach“ nur weiterlaufen und darf den Verlangen des Aufgebens nicht nachgeben.

Die letzten 2-3 Kilometer sind dann der reine Triumphmarsch. Nicht, dass es einem körperlich dann besser gehen würde als vorher, aber das Gefühl wird mit der Zeit unbeschreiblich angenehm. Die Erschöpfung mischt sich mit Stolz und dem Bewusstsein, was man hier geschafft hat und man hat das Gefühl als können man jetzt noch viel weiter laufen und dass alles möglich ist.

Das schönste Gefühl allerdings tritt die Tage danach ein. Man erhält ein Gefühl der Unbesiegbarkeit, ist sich bewusst, dass man alles schaffen kann und wird regelmäßig von Glückgefühlen übermannt. Wer einmal diesen Lauf absolviert, der wird das nie wieder vergessen und wird noch lange von dem Erfolg und der Erfahrung zehren. Denn so gut wie bei solch einem Lauf lernt man sich nie wieder kennen.

Mammutmarsch-Ziel

Wie stehe ich solch einen Marsch durch?

Aus eigener Erfahrung und aus den Erfahrungen von Teilnehmern bei letzten Events kann ich berichten, dass die Herausforderung „Mammutmarsch“ unter vier Voraussetzungen durchstehbar ist.
1. Ernährung:

Wer solch eine Herausforderung leichtfertig angeht und sich nicht ausreichend mit der Ernährung bei solch einem Event beschäftigt, wird irgendwann entkräftet aufgeben müssen, da er keine Energie mehr hat.
Besonders anfangs ist es essenziell Kohlenhydrate wie Nudel, Reis oder ähnliches zu sich zu nehmen. Diese versorgen den Körper lange mit Energie und verhindern eine frühzeitige Erschöpfung. Auch Proteine wie Fisch oder Fleisch sind sehr hilfreich, um zunächst einmal eine Grundbasis an Energie aufzubauen.
Frühestens nach 15 Stunden sollte man dann anfangen auf Zucker zu bauen. Zucker sorgt für einen kurzzeitigen Energieboost, anschließend sinkt das Energielevel allerdings in den Keller, sodass nur noch mehr Zucker wieder Energie zuführen kann. Das kann man für eine Weile durchhalten, allerdings nimmt der Effekt von Zucker über die Zeit ab und man fühlt sich mit der Zeit immer kraftloser.

2. Ausreichend trinken:

Wie beim Essen gilt, man sollte trinken, bevor der Durst da ist. Wer nicht regelmäßig und ausreichend Flüssigkeit nachfüllt, wir langfristig austrocknen und so keine Leistung mehr bringen können. Zur optimalen Versorgung von Flüssigkeit empfehlen sich vor allem Wasser und Kräutertees. Wer möchte kann in das Wasser noch Magnesiumtabletten oder ähnliches reintun.

3. Keine Verletzung:

Während sich das erst einmal wie Zufall anhört ist es das ganz und gar nicht. Verletzungen bei solch einer Strecke kann man zum Großteil vorbeugen.
Der wohl wichtigste Tipp ist die richtige Auswahl der Schuhe und Socken. Die Schuhe sollten schon sehr viel getragen und entsprechend eingelaufen sein. Die Socken nicht mit Weichmachern gewaschen sein und auf keinen Fall Löcher haben. So kann man möglichst Blasen und somit viele Schmerzen vermeiden.

Zusätzlich ist es ratsam sich vorher schon ein wenig mit dem Gehen zu beschäftigen. Das heißt natürlich nicht, dass man vorher 70 oder 80 Kilometer Märsche zurücklegt. Aber einen 30 Kilometer Marsch kann durchaus bei der Wahl der Schuhe und Socken helfen. Wer bis dahin noch keine Probleme hat, der hat auf jeden Fall keine katastrophalen Schuhe.

Außerdem sollte man einen Rucksack benutzen, an den man einigermaßen gewöhnt ist und der durch Bauchgurte die Last über den Oberkörper verteilt. So kann man schmerzende Schultern vermeiden und die Energie in anderen Körperteilen nutzen.

Wer zu schnell losläuft, wir am Ende deutlich mehr Probleme haben als notwendig. Hier sollte man wirklich darauf achten, sein eigenes Tempo zu finden und nicht anderen hinterherhetzen. Das hört sich einfacher an, als es ist, da man sich in der Euphorie gerne mitziehen lässt.

4. Willensstärke

Wohl der größte Faktor beim Mammutmarsch ist die Willensstärke. Wer bei solch einer Strecke nur für ein paar Momente Schwäche zeigt oder sich nicht 100%ig sicher ist, dass er das durchstehen möchte, der wird es nicht schaffen.
Hier zeigt sich wirklich aus welchem Holz man geschnitzt ist und zu welchen Leistungen man fähig ist. Alles andere ist nebensächlich, wenn man hier stark genug ist.
Auch Probleme bei den oberen drei Punkten kann man hier überkommen. Ein Teilnehmer beim letzten Event hatte sich zum Beispiel seinen Hintern aufgerieben und ist für 60 Kilometer gelaufen wie ein Cowboy. Trotzdem kam er mit reiner Willenskraft als einer der ersten ins Ziel. Wenn ihr also 100%ig bereit seid und es wollt, dann werdet ihr es schaffen.

Jeder der die ultimative Herausforderung für Körper und Geist sucht ist hier richtig und der sollte an dieser Challenge nicht einfach vorbei laufen.

Mehr Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es auf mammutmarsch.de.

 

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